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Forex-Schule Kapitel 5: INDIKATORN

Artikel von Andreas Rytz CFTe

MACD (Moving Average Convergence Divergence)

Wie im Abschnitt „Moving Average Signale“ erklärt wurde, können aus dem Verhältnis zweier Moving Averages zueinander Signale entstehen. In der technischen Analyse gibt es aber auch spezielle Indikatoren, die auf Verhältnisse von MAs basieren. Einer der beliebtesten davon ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD) Indikator.

Moving Average Convergence Divergence berechnet, in welchem Verhältnis zwei Exponential Moving Averages zueinander stehen und stellt dies grafisch dar. MACD besteht normalerweise aus drei Komponenten deren Variablen man selbst einstellen und verändern kann.

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Die erste Komponente ist ein schneller EMA, welchen wir hier auf 12 setzen. Die zweite Komponente ist ein langsamer EMA, wir setzen ihn mal auf 26. Der dritte Bestandteil ist ein seperater Moving Average, der den Unterschied zwischen dem schnellen EMA und dem langsamen EMA anzeigt – dies ist der eigentliche MACD. In diesem Beispiel setzen wir den MACD auf 9. Dies bedeutet, dass der MACD den Durchschnitt des Unterschiedes der beiden EMAs der letzten 9 Perioden darstellt.

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Die eigentliche MACD Linie (blau) ergibt sich aus der Differenz des schnellen EMA (26) und des langsamen EMA (12). Berechnet wird sie indem der langsame EMA vom schnelleren EMA subtrahiert wird.

Die Signal Linie (rot) ist ein Moving Average der Differenz der EMAs, also ein Moving Average des blauen MACD. Es ist wichtig zu verstehen, dass die rote Signal-Linie nicht ein Moving Average des Preises ist, sondern ein gleitender Durchschnitt der x-vorherigen blauen MACD-Einheiten – in unserem Fall 9. Dies wird leichter verständlich wenn man erkennt, dass im Chart die rote Signal Linie der schneller reagierenden MACD Linie (blau) hinterher folgt.

Das Histogram (die grauen, vertikalen Balken) repräsentiert die Differenz zwischen dem MACD (blau) und der Signal Linie (rot).

Bewegt sich die Signal Linie (rot) über dem MACD (blau), ziehen die grauen Balken im Histogram gegen unten und repräsentieren einen fallenden Kurs.

Das Histogram (die grauen, vertikalen Balken) repräsentiert die Differenz zwischen dem MACD (blau) und der Signal Linie (rot).

Bewegt sich die Signal Linie (rot) über dem MACD (blau), ziehen die grauen Balken im Histogram gegen unten und repräsentieren einen fallenden Kurs.

Fällt die Signal Linie (rot) unter den MACD (blau), schlagen die Balken nach oben aus und signalisieren einen steigenden Kurs.

Sind MACD und Signal Linie auf gleicher Höhe oder kreuzen sie sich, ist auch das Histogram flach, denn es besteht ja kein Unterschied.

Wichtig sind vor allem die Zonen in denen sich MACD und Signal Linie kreuzen, da diese eine Richtungsänderung signalisieren. MACD ist also ein guter Indikator um Trend-Wenden zu bestätigen. Als „lagging“ Indikator ist er allerdings nicht geeignet, Trend-Wenden frühzeitig vorauszusagen, da es sich ja nur um einen Durchschnitt früherer Preise handelt. Er dient vor allem dazu, Momentum in die eine oder andere Richtung zu bestätigen.


Abweichung (Divergence)

Genau wie bei Oscillators sind auch im MACD Indikator Abweichung zum Preis von Bedeutung. Wenn der Kurs einen gewissen Hoch- oder Tiefpreis erreicht, aber der MACD dieses nicht bestätigt, kann das ein Warnsignal sein, dass hinter dem Preisausschlag nicht viel Momentum steckt.

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Der Kurs erreicht drei Mal hintereinander (A,B,C) die gleiche Resistance Zone ohne sie Durchbrechen zu können. Im MACD sehen wir die drei Hochpunkte ebenfalls (a,b,c), aber b ist tiefer als a, und c noch tiefer als b. Während die Resistance Linie im Kurs paralell verläuft, ist sie im MACD abfallend. Die beiden Linien zeigen nicht das gleiche Bild, also eine Abweichung. Die Abweichung bedeutet, dass B und C trotz gleichhohem Preis zu A, weniger Momentum hinter sich haben. Dieser Momentumverlust deutet darauf hin, dass der Kurs die Resistance-Linie eher nicht zu durchbrechen vermag, die Abweichung scheint Desinteresse von Käufern zu signalisieren. Das Momentum im MACD zeigt auf jeden Fall nach unten, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch der Preis bald nach unten tendieren wird.

Haben Sie auch bemerkt, dass der Kurs ein Chartmuster formiert hat? A,B und C sind die Tops einer Tripple Top Formation. Da Tripple Top ein Wendemuster ist, nimmt die Wahrscheinlichkeit eines fallenden Preises weiter zu. Die Abweichung im Indikator wird im Preis durch ein Wendemuster bestätigt. Als der Kurs am 13. August die orange Neckline erreicht, wäre ein Einstieg nach dem Neckline Durchbruch ein fantastischer Einstiegspunkt gewesen. Die Kombination einer Richtungsbestätigung zwischen Preis und Indikator ist ein solides Signal zum Handeln. Natürlich gibt es in der technischen Analyse keine Garantieen und der Preis hätte auch steigen können, aber die Signale haben deutlich nach unten gezeigt.

Auch hier nochmals zur Erinnerung: ein einzelner Indikator alleine ist nie ein gutes Kauf- oder Verkaufsignal. Ohne das Tripple Top Muster wäre die Abweichung im MACD ein schwächeres Signal gewesen. Man sollte immer zusätzliche Indikatoren verwenden, und vor allem auf Bestätigungen im Preis selbst warten (Chartmuster, Trendlinebruch...) bevor man handelt.


Im nächsten Kapitel schauen wir uns an, wie Preise sich wellenförmig fortbewegen. Weiter »