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Forex-Schule Kapitel 5: INDIKATORN

Artikel von Andreas Rytz CFTe

Spätindikatoren (Momentum Indicators)

Spätindikatoren (Lagging Indicators) folgen dem Trend hinterher und haben die Hauptaufgabe, die Richtung des Kurses zu bestätigen.

Moving Averages

MACD (Moving Average Convergence Divergence)


Moving Averages (MA) (Gleitender Durchschnitt)

Moving Average (MA) (gleitender Durchschnitt) ist ganz einfach der Durchschnittspreis über eine gewisse Zeitspanne. Dadurch ergibt sich eine geglättete Linie, anhand welcher Trends und Kursrichtungen deutlicher erkennbar sind als nur am Preis alleine. Neben ihrer Funktion zur Trend-Bestätigung werden Moving Averages auch dazu verwendet, mögliche zukünftige Preisentwicklungen vorauszusehen.

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Die orange Moving Average Linie repräsentiert den Preis als gleitenden Durchschnitt. Dadurch ist visuell sehr leicht zu erkennen, was mit dem Kurs geschieht. Prinzipiell bedeutet ein MA über dem Preis, dass sich der Preis in einem Short Trend befindet. Ein MA unter dem Preis signalisiert einen Long Trend. Wenn der Preis die MA Linie überquert, deutet das auf eine Trend-Wende hin. Auf diesem Chart kreuzt der Preis die orange MA Linie zwei Mal. Anfgangs Juli überquert der Kurs den MA von unten nach oben, was das Ende des Short Trends und der Beginn eines Long Trends signalisiert. Anfang September überquert der Preis den MA von oben nach unten. Der Aufwärtstrend ist zuende, und ein neuer Abwärtstrend hat begonnen.

Moving Averages können in x-beliebigen Perioden angegeben werden, auf einer Tages-Chart zum Beispiel: 10 Tage, 18 Tage, 45 Tage, 100 Tage… Auch ist es möglich, gleichzeitig mehrere Moving Averages verschiedener Perioden auf einer Chart einzusetzen. Die Verhältnisse und die Reihenfolge der verschiedenen Moving Averages geben zusätzlich Aufschluss über potenzielle Preisrichtungen.

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Auf diesem Tages-Chart sehen Sie gleich drei Moving Averages. Die blaue Linie zeigt den Durchschnittspreis der letzten 10 Tage, die orange den der letzten 40 Tage, und die grüne den der letzten 100 Tage. Der 10 Tage MA repräsentiert den kurzfristigen Trend, die 40 Tage MA den mittelfristigen Trend und die 100 Tage MA den langfristigen Trend.

Der Preis bewegt sich nie weit von kürzeren MAs weg, wie an der 10 Tage MA erkenntlich ist. Kurze MAs berühren den Kurs fast ständig. Von längeren Perioden wie die 100 Tage MA kann sich der Preis aber recht weit entfernen. Je grösser die Distanz zwischen Preis und MA, desto stärker der Trend. Früher oder später kommt der Preis aber immer wieder zur MA zurück, egal wie lange die Zeitspanne des MA gewesen ist, denn alle Trends sind irgendwann zu Ende.

Ein Trend ist immer dann am stärksten, wenn alle MAs in die gleiche Richtung zeigen. Auf unserem Chart sind zum Beispiel alle MAs während des ersten Monates fallend. Ein noch deutlicheres Signal wird man kaum finden. Im Juni wird der Abwärtstrend abgeschwächt und der Preis steigt sogar leicht an. Die kurzfristige 10 Tage MA reagiert sofort und beginnt nach oben zu klettern. Die längerfristigen MAs sind von der kurzfristigen Preisreaktion kaum beeinträchtigt und zeigen nach wie vor deutlich nach unten. Eine solche temporäre Preisbewegung gegen den Trend ist sehr typisch. Wenn ein Trend lange stark anhält, bewegt sich der Preis weiter und weiter von den MAs weg. Die MA’s symbolisieren ja aber den Durchschnittspreis, und dadurch den vermeindlich „fairen Wert“ (fair value). Der Kurs tendiert also früher oder später immer wieder zum Durchschnitt oder „fairen Wert“. Daher spricht man bei solchen Bewegungen von einer „Korrektur“. Der grosse Abstand von den MAs wurde korrigiert, und der Preis ist wieder näher am „fairen Wert“.

Auch fungieren MAs als Support und Resistance. In der Preisbewegung vom Juni sehen wir, dass der Kurs sich zum 40 MA Linie hin bewegt und sie fast berührt. MA’s können als Einstigszonen verwendet werden. Zum Beispiel wärend eines starken Trendes kaufen Händler immer dann Positionen dazu, wenn der Preis eine bestimmte MA berührt. Der 10 Perioden MA ist für diesen Zweck besonders beliebt. Auf dem oberen Chart ist dies leicht ersichtlich. Während stark anhaltenen Trends in den Monaten April, Mai, Juli und September fällt der Preis mehrmals genau nachdem der 10 Tage MA berührt wurde. In der Zone der 10 Tage MA kommen viele Verkäufer dazu.

In der zweiten Hälfte des Junis und bis fast Ende Juli fällt der Kurs wieder. Der 10 Tage MA bewegt sich mit, und fällt ebenfalls. Zur gleichen Zeit ist ein deutliches Abschwächen des orangen 40 Tage MA erkennbar. Zwar zeigt der 40 Tage MA immer noch nach unten, aber nicht mehr so steil. Der Abwärtstrend hat an Stärke verloren.

Ende Juli schnellt der Preis in die Höhe und überschiesst den 40 Tage MA, welcher nun noch flacher wird. Im August zeigt der mittelfristige Trend deutlich seitwärts. Die 10 und 40 Tage MAs verzweigen sich und den Preis mehrmals – dies geschieht nur während Seitwärtsbewegungen. Der 100 Tage MA zeigt aber nach wie vor nach unten. Der längerfristige Trend ist also immer noch fallend. Der Kurs erreicht Mitte August die 100 Tage MA, kann sich aber nicht darüber halten. Wäre der Kurs über dem 100 Tage MA geblieben, wäre das ein Signal für einen neuen Long Trend gewesen, da sich alle drei MAs nun unter dem Kurs befänden. Im September fällt der Kurs dann wieder. Die Seitwärtsbewegung während der Sommermonate war also nicht das Ende des Short Trends, sondern eine Korrektur zum 100 Tage MA und dem „fairen Wert“.

Als der Kurs im September wieder fällt, nimmt die Distanz zwischen den MAs deutlich zu, und alle drei bewegen sich in die gleiche Richtung, ein Indiz für einen starken Trend.

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Dieser Chart demonstriert sehr schön, wie die populären 40 und 100 Perioden Moving Averages zu Resistance Zonen werden. Der allgemeine Trend ist fallend - erkenntlich an den sinkenden 40 und 100 MAs. Der Preis macht vier deutliche Korreturbewegungen: A, B, C und D. Jede der Korrekturen erreicht einen längeren MA, der Kurs wendet dort und setzt den Abwärtstrend danach fort. Beachten sie auch, wie der Preis nach starkem Fallen an die 10 MA Linie zurückkehrt (e, f, g) und auch diese immer wieder zur Mini-Resistance wird.

Auch sehr schön erkenntlich ist das Prinzip der Dow Theorie. Jedes Preishoch (A, B, C, D) und jedes Preistief ist tiefer als das vorherige – das einfachste und gleichzeitig wichtigste Prinzip eines fallenden Trends.

Anhand der Richtung der Moving Averages können wir also bereits eine generelle Aussage machen, wie sich der Preis in nächster Zukunft wahrscheinlich entwickeln wird. Solange diese deutlich in eine Richtung zeigen, nehmen wir an, der Preis wird sich in dieser Richtung weiterbewegen. Handeln in diese Richtung hat eine viel grössere Chance profitable zu sein, als Handeln gegen den Trend.

Moving Averages sind sehr nützlich während Auf-, oder Abwärtstrends. Während Seitwärtsbewegungen geben sie aber keine oder nur verwirrende Signale.

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Wie dieser Chart verdeutlicht, überkreuzen sich die MAs untereinander sowie mit dem Kurs während Seitwärtsbewegungen in einem unübersichtlichen Wirrwarr. Die längerfristigen 40 und 100 Perioden MAs zeigen keine deutliche Trendrichtung an, sondern schwanken zwischen verschiedenen Richtungen hin und her. Auch bewegt sich keine der MA Linie lange über oder unter dem Preis, bevor sie diesen wieder überquert. All dies sind Indizien für einen Trendlosen Markt. In solchen Situationen sind Oszilatoren weitaus nützlicher (Siehe Kapitel Frühindikatoren).


Moving Averages können auch Signale geben. Weiter »