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Forex-Schule Kapitel 4: FIBONACCI

Artikel von Andreas Rytz CFTe

Fibonacci Extensions (Erweiterungen)

Fibonacci Zonen können auch als Profit-Zonen verwendet werden.

Im vorherigen Abschnitt haben wir ja gelernt, dass Fibonacci Retracement Zonen gute Einstiegspunkte sein können, solange sie in der Richtung des Haupttrends ausgeführt werden. Zum Beispiel auf dem folgenden USDCHF Chart sehen wir wie der Kurs an der 61.8% Linie wendet.

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Nehmen wir an der Haupttrend ist Short und wir haben in der 50% - 61.8% Zone eine Short Position eröffnet. Wie lange soll diese Position gehalten werden? Wann ist ein gutes Profitziel erreicht? Auch zur Beantwortung dieser Frage werden Fibonacci- Berechnungen verwendet, und zwar Extensions.

Um die Extensions-Linien zu finden, gehen wir genau gleich vor wie bei den Retracements, definieren aber einen dritten Punkt C. C entspricht dem Höchstpreis des Retracements.

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Mit dem Fibonacci Extension Indikator werden die markanten Höchst/Tiefstpreise in der Reihenfolge A, B, C angeklickt. Die Extensions erscheinen automatisch auf dem Chart.


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Als erste wichtige Zone wurde die 100% Extension-Linie erreicht; der Kurs blieb dort für mehrere Tage hängen. Schlussendlich fiel er aber weiter, durchbrach die 123.6% Linie und erreichte einen neuen Tiefstpunkt in der 138.2% Zone.


Fibonacci Extensions Profitziele

Wenn die Fibonacci Retracement Zone etabliert wurde, können potenzielle Extension Profit-Zonen anhand der folgenden Skala berechnet werden.

Retracement Extensions Profitziele
38.2% 161.8% und darüber hinaus
50.0% zwischen 138.2% und 161.8%
61.8% zwischen 123.6% und 138.2%
78.6% zwischen 100.0% und 123.6%

In unserem oberen Beispiel erreichte der Retracement Kurs die 61.8% Zone. Anhand der Skala schätzen wir also ein Extension Ziel von 123.6% bis 138.2%. 138.2% wurde dann genau zum neuen Tiefstpunkt. Natürlich funktionieren die Profitzielberechnungen nicht immer so genau wie in diesem Beispiel. Trotzdem sind sie ein guter Anhaltspunkt für grobe Schätzungen.

Hier ein weiteres Beispiel einer Fibonacci Extension in einem Long Trend.

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Nach einem Tiefstpunkt A erholt sich der Kurs stark und erreicht B relativ Rasch. Danach kommt es zu einem Rückfall, der mit C das vorherige Tief A allerdings nicht erreicht. Nun haben wir ein höheres Tief (C ist höher als A). Möglicherweise bildet sich hier ein neuer Aufwärtstrend. Währe C unter A gefallen, hätten wir einen klaren Abwärtstrend (tiefere Tiefs und tiefere Hochs). Es ist nun gut möglich, dass der nächste Hochpunkt über B steigt (höheres Hoch) was den neuen Aufwärtstrend bestätigen würde. Mit Hilfe von Fibonacci Extensions schätzen wir nun, wie weit der Kurs nach C ansteigen könnte.

Auch nehmen wir unsere Profitziel-Tabelle zu Hilfe. Dazu berechnen wir erst die Fibonacci Retracements zwischen A und B.

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Support fällt in die 61.8% Retracement Zone. Laut Tabelle ist das Profitziel nach einem 61.8% Retracement die 123.6% bis 138.2% Extension Zone. Also zeichnen wir die Fibonacci Extensions, in dem wir die Punkte A, B, C miteinander verbinden.

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Die 123.6% Fibonacci Linie ist unser erstes Profitziel. 123.6% fällt zusätzlich noch auf eine runde Zahl (0.9400), was diese Zone zusätzlich verstärkt. Schauen wir uns an, wie sich der Kurs entwickelt hat.

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Der Kurs erreicht zwar die 123.6% Linie, allerdings nicht im ersten Anlauf. Als erstes wird er an der 61.8% Zone kurz gebremst. Danach steigt er weiter und erreicht ein vorfläufiges neues Hoch in der 100% Zone. Als er die 100% Zone nicht zu durchbrechen vermag, ist das ein Austiegssignal für viele Händler – was den Kurs kurzfristig nach unten drückt. Beachten Sie, wie er genau auf die 61.8% Zone zurückfällt. Im nächsten Anlauf wird die 100% Zone durchbrochen und 123.6%, (0.9400) wird zur neuen Resistance-Zone. Auch widerspiegelt diese Chart einen sehr schönen Aufwärtstrend. Nach dem höheren Tief C (über A), überschreitet D das letzte Hoch B und formiert ein höheres Hoch. E markiert wiederum ein höheres Tief (über C) und das nächste Hoch F ist wiederum ein höheres Hoch (über D).

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs tatsächlich genau in eine Fibonacci-Zone fällt, wird stark durch die Ewartungen der Händler beeinflusst. Wenn eine grosse Anzahl Händler die gleiche Linie als Profit-Zone ansehen und ihre Positionen dort liquidiren, wird durch die vielen plötzlichen Transaktionen der Kurs genau an dieser Zone anhalten oder die Richtung kurzfristig wechseln. Diese Fibonacci-Zone wird momentan zu Support oder Resistance und zumindest kurszfristig zu einem guten Profit-Punkt. Zumindest funktioniert es so theoretisch. In der Praxis ist es dann nicht immer ganz so einfach. Zum einen weiss man nicht im voraus, welche Fibonacci-Linien die Mehrzahl der anderen Händler als Ziel-Zone im Auge hat. Der Kurs könnte viel schneller drehen, als man erwartet, oder weit über die erwartete Zone hinausschiessen. Auch wird der Kurs die Fibonacci Linien manchmal ganz ignorieren. Weiter berechnen nicht alle Händler die Fibonacci Punkte gleich. Vor allem das Setzen der Anfangs- und Schlusspunkte des Kurs-Hoch/Tiefs kann variieren. Der eine setzt die Punkte etwas höher, der andere etwas tiefer. Der eine definiert den Höchstpunkt als die Spitze des Shadows, der andere als die Spitze des Bodys. Auch verwenden nicht immer alle die gleichen Candles, vor allem wenn Höchst-, oder Tiefstpunkte auf mehrere Candles fallen. Trotz dieser Ungenauigkeiten sind Fibonacci Linien gute Profitziele, vor allem, wenn man sie nicht als genaue Linien, sondern als allgemeine Zone definiert. Auch soll man nie nur nach Fibonacci-Linien handeln, sondern immer weitere Indikatoren zur Bestätigung beiziehen.


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