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Einführung

von Andreas Rytz CFTe

Wie wähle ich einen Broker?

Wer Forex handeln will muss ein Konto bei einem Broker eröffnen. Dieser führt die gewünschten Aufträge aus und erhält dafür eine Kompensation durch den Spread.

Hier ein paar Tipps worauf man bei der Brokerwahl schauen sollte:

1) Handelsplattform
Fast jeder Broker bietet gratis Demo-Konten an, auf denen man die Plattform mit virtuellem Geld mal ausprobieren. Dies sollte man auf jeden Fall immer zuerst tun und sich mit den Eigenschaften und Funktionen der Plattform vertraut machen.

Die meisten Handelsplattformen sind entweder direkt im Internet Browser mit Java zugänglich, oder sie werden als Programme auf den Computer geladen. Viele Broker bieten auch MetaTrader4 und ähnliche Versionen an, in denen die Handelssoftware direkt in ein Chart-Programm integriert wird.

Die Handelsplattform sollte übersichtlich und leicht verständlich sein. Oftmals ist sie nur auf Englisch verfügbar. Unsere Forex-Schule sollte Sie aber genügend auf alle relevanten Ausdrücke vorbereiten, so dass Sie auch ohne grosse Englischkenntnisse auf so einer Plattform handeln können.

Auf jeden Fall vorhanden sein müssen:
A: Echtzeit-Notierungen (aktuelle live Kurse)
B: Kontoübersicht mit Angaben über den aktuellen Kontostand, momentane Gewinne und Verluste, und verwendete Marge und verfügbare Margin.
C: Majors (Hauptwährungspaare) Mindestens die 8 Majors (AUD, CAD, CHF, EUR, GBP, JPY, NZD und USD).
D: Charts die Kursverläufe grafisch darstellen.

Die meisten Broker bieten weitere Werkzeuge an wie zum Beispiel Nachrichten und Analysen; diese sind jedoch nicht unbedingt zwingend und können auch von anderen Quellen bezogen werden.

2) Customer Service
Wie leicht ist es mit dem Broker in Kontakt zu treten? Ist eine Telefonnummer vorhanden und wird sie auch bedient? Wie schnell wird auf Email Fragen reagiert? Gibt es eine Live Chat Option? Sind die erhaltenen Auskünfte hilfreich? Die Antworten auf diese Fragen können viel über die Qualität eines Brokers aussagen. Es lohnt sich einem Broker per Live Chat oder Email ein paar Fragen zu stellen, um zu testen wie schnell und kompetent geantwortet wird.

3) Aufsichtsbehörde
Ist der Broker bei einer Kontroll-, oder Regulierungsbehörde registriert? Seriöse Broker verweisen auf ihrer Webseite, welcher Aufsichtsbehörde sie unterliegen. Broker, die in westlichen Staaten registriert sind, unterliegen normalerweise strengeren Regeln und sind daher auch vertrauenswürdiger. Von unregulierten Brokern sollte man sich fernhalten. Im Zweifelsfall lohnt es sich, bei Aufsichtsbehörden nachzuprüfen, ob ein Broker tatsächlich registriert ist.

4) Kontogrössen, Margenanforderungen und Spreads
Neben normalen Konten, in welchen mit Standard Lots gehandelt werden, bieten viele Broker auch ‚mini-accounts’ oder sogar ‚macro-accounts’ an. Mini-, und Macro-Konten verlangen viel kleinere Mindesteinlagen. Wie viel Geld Sie zum Handeln zur Verfügung haben ist massgebend, für welche Art Konto Sie sich qualifizieren.

Margenanforderungen können stark variieren. Gewisse Broker habe eine Maximum Leverage von 50:1, andere gehen bis 400:1. Ich empfehle, 100:1 grundsätzlich nicht zu überschreiten. Zwar lässt sich mit grösseren Margen mehr Gewinn erziehlen, aber das Verlustrisiko steigt dadurch ebenfalls stark an. Auf Grund der Finanzkriese hat in den USA die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die Leverage für U.S. basierte Broker auf ein Maximum von 50:1 limitiert. Wer eine höhere Leverage möchte, muss einen Broker ausserhalb der USA wählen.

Bei den Spreads kann es ebenfalls grosse Unterschiede geben. Niedrigere Spreads sind natürlich wünschenswerter. Man sollte aber auch beachten, ob es sich um fixe oder flexible Spreads handelt. Fixe Spreads bleiben immer gleich: fix. Flexible Spreads werden je nach Marktsituation angepasst.
Flexible Spreads sind oft niedriger, was sie attraktiv für Händler macht. Während Zeiten hoher Volatilität (zum Beispiel während wichtiger Finanznachrichten) werden Broker oft von Handelsaufträgen überflutet. Der Markt bewegt sich so schnell, dass nicht mehr alle Orders ausgeführt werden können. Um zu vermeiden, dass er Verluste einfährt, erhöht der Broker während solch volatilen Zeiten den Spread. Dadurch erhält er mehr Spielraum und kann seine quotierten Preise innerhalb der stark variierenden Kursen halten.
Hierzu ein Beispiel:
Händler A bietet fixe Spreads von 3 Pips für EUR/USD an, welche sich nie ändern. Händler B bietet flexible Spreads von 1 Pip für EUR/USD zu normalen Handelszeiten an. Sollte jedoch ein Ereignis geschehen, welches viele Händler dazu veranlasst gleichzeitig Positionen zu kaufen oder zu verkaufen (zum Beispiel während wichtiger Nachrichten), schlägt der Markt oft stark in eine oder beide Richtungen aus. Der flexible Spread wird dann der hohen Volatilität angepasst, und kann sich stark erhöhen. Der EUR/USD Spread ist bei Händler B dann vielleicht plötzlich 8, bei Händler A aber nach wie vor 3 da fix.

Mit wie viel Kapital soll ich anfangen?

Erst mal mit 0. Eröffnen Sie zuerst ein Demo-Konto und machen Sie sich mit der Handelsplattform vertraut. Befassen Sie sich ausgiebig mit einem Trainingkurs, wie wir ihn auf dieser Webseite gratis anbieten. Es gibt auch Bücher und andere Kurse, die sich mit dem Thema befassen. Wenn Sie die Grundlagen begriffen haben, können Sie schon bald ein „kleines“ live Konto eröffnen. Mit „kleines“ meine ich mit einer kleinen Einlage von höchstens ein paar 100 $ oder Euro. Wenn Sie sehr Wohlhabend sind und der Verlust von ein paar 1000 kein Problem ist, können Sie natürlich auch mit mehr anfangen. Auch sollten Sie bei einem Broker einsteigen, der entweder flexible Lot-Grössen oder Micro Lots anbietet.

Es gibt ein paar Broker (unten aufgeführt), die $1 Lots anbieten (Standard Lots sind ja $100‘000, Mini Lots $10‘000), da riskiert man nur ein paar Cents. Die Gewinne sind dann zwar auch nur in Cents, aber zum Üben ist das genau das Richtige.

Wenn Sie nicht ein paar $100 zum verlieren haben, sind sie hier eh falsch. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die erste Einlage verlieren werden, ist SEHR hoch. Sehen Sie diesen Verlust als Ausbildungskosten an. Wenn Sie etwas Neues lernen, fallen immer Ausbildungskosten an, das ist doch auch sonst überall so. Sie könnten zur Sicherheit auch solange mit einem Demo-Konto handeln, bis Sie kontinuierlich über mehrere Monate Profite aufweisen. Ich persönlich finde es besser, mit richtigem Geld zu üben, solange es ganz kleine Beträge sind. Mit Spielgeld in einem Demo-Konto geht man einfach anders um, als wenn es sich um echte Gewinne und Verluste handelt. Auch reagieren die Auftragsausführungen in Demo-Konten manchmal schneller als in Live-Konten, was ein verfälschtes Bild vom Handeln geben kann.

Wenn Sie kein Millionär sind der problemlos 50‘000 Euro oder mehr riskieren können, sollten Sie nicht mit Standard Lots handeln. Beginnen Sie stattdessen mit Mini Lots. 10‘000 Euro oder $10‘000 ist die Mindesteinlage, die ich für Mini-Lots empfehle.

Wer zwischen 1‘000 und 10‘000 Euro (oder $ für Dollar Konten) zum Handeln (und Verlieren) zur Verfügung hat, sollte sich an Micro Lots halten (1‘000 Euro per Lot).

Warnung

Wie schon am Anfang der Einführung, muss ich Sie nochmals darauf hinweisen, dass Forex ein riesiger Ozean ist, in dem täglich kleine Fische von Haien gefressen werden. Unvorbereitet werden Sie auf jeden Fall ihre gesammte Einlage verlieren. Wichtig: beginnen Sie nicht mit ihrem eigenen Geld zu handeln, bevor Sie nicht alle Kapitel dieses oder eines ähnlichen Kurses gelesen und verstanden haben. Wenn Sie etwas spielen und üben wollen, eröffnen Sie erst einmal ein gratis Demo Konto.

Ist Forex für mich?

Wenn Sie von Sozialhilfe leben, nur knapp ihre Rechnungen bezahlen können oder verschuldet sind, ist Forex nicht für Sie. Die Wahrscheinlichkeit, vor allem am Anfang alles oder einen grossen Teil ihres Gelds zu verlieren, ist sehr hoch. Über 90% aller Händler verlieren mehr Geld als sie verdienen, weniger als 10% sind langfristig profitabel. Es ist meine Hoffnung, dass Sie zu den Gewinnen zählen werden. Dies verlangt aber präzise Vorbereitung und eiserne Disziplin.

Es gibt immer wieder Individuen, welche ihnen Wunder-Systeme mit garantierten astronomischen Gewinnsummen versprechen. Fallen Sie nicht darauf rein. Wenn diese 100%-garantierten Systeme wirklich funktionieren würden, wäre der Erfinder reich genug, so dass er kein System verkaufen müsste. Es braucht gar kein Wunder-System, um Erfolg zu haben. Selbst ein einfaches System, wenn mit Disziplin ausgeführt, wird das beste disziplinlos angewandte Wunder-System schlagen. Nehmen Sie sich Zeit, Forex wirklich gründlich zu lernen. Entwickeln und testen sie ein System, das zu Ihnen und Ihrem Lebensstil passt, und wenden Sie es genau nach Plan an. Setzen Sie immer Stops und Gewinn-Ziele, und ändern Sie diese nicht noch im letzten Moment in der Hoffnung, etwas mehr Profit rauszuholen. Das geht meist schief.

Fangen Sie mit kleineren Beträgen an, bis Sie verstehen, wie der Markt funktioniert, und bis Sie ein System haben, mit dem Sie kontinuierlich Gewinne machen. Danach können Sie langsam auch grössere Summen investieren. Bis dann werden Sie schon viel weiter sein als viele andere Fische im Forexozean, die nur zum ‚Spielen‘ gekommen sind. Das Geld, welches Sie in Forex investieren, sollten Sie nicht zum täglichen Leben brauchen und es verlieren können, ohne dadurch finanziell gefährdet zu werden. Das ist bei allen Investitionen so, im Forex aber besonders, weil man besonders schnell verlieren (und auch gewinnen) kann. Wenn Sie diese Regeln befolgen können, haben Sie tatsächlich Chancen, neben den Haien zu überleben und zu profitieren.

Nun sind wir am Ende der Einführung angelangt. Jetzt kennen Sie die wichtigsten Grundsätze und Forex-Ausrücke und sind somit bereit für die Forex-Schule. Auf zur Forex-Schule »