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Einführung

von Andreas Rytz CFTe

Order Typen

Die Anweisung an den Broker einen Handel auszuführen wird auf den meisten Handelsplatformen „Order“ genannt. Wenn man eine Order ausführt, kann man festlegen, unter welchen Konditionen eine Position eröffnet und später geschlossen werden soll. Zwei dieser Konditionen kennen wir ja bereits: Stop Loss und Limit.

Es gibt verschieden Order Typen, aber nicht jeder Broker bietet alle an. Bevor Sie ein Konto eröffnen, sollten Sie sich vergewissern, dass der Broker ihre gewünschten Versionen anbietet.

Die wichtigsten Order Typen:

Market Order (zum Marktpreis)
Diese Order bezieht sich auf den momentanen Preis. Wenn Sie Market Order auswählen, erhalten Sie Ihre Position zum aktuellen Kurs im gleichen Moment, in dem Sie auf ‚OK‘ klicken. Falls Sie nicht ein Order Window, sondern die Bid/Ask-Tasten zum Handeln benutzen, wird ebenfalls eine Market Order ausgeführt. Die aktuellen Preise sind jeweils auf den Tasten zu sehen.

Limit Order
Falls der Händler mit dem aktuellen Marktpreis nicht zufrieden ist, kann er statt eine Market Order eine Limit Order eingeben. Limit Order legt einen vorbestimmten Preis fest, der für den Käufer oder Verkäufer besser ist, als der momentane Preis. Eine Order wird nur ausgeführt, wenn dieser vorbestimmte Preis erreicht wird. Im Vergleich zur Market Order hat dies den Vorteil, dass man genau den Preis bekommt, den man möchte. Dafür hat die Limit Order den Nachteil, dass man möglicherweise den Einstieg in einen guten Handel verpasst. Eine Alternative bietet für solche Fälle die Stop Order.

Stop Loss
Während Limit Orders auf einen besseren als den momentanen Preis ausgerichtet sind, fungieren Stop Orders als eine Art letzte Absicherung um ‚dabei‘ zu sein, falls der Preis stark ausschlägt. Stop Orders sind nicht zu verwechseln mit Stop Loss, welcher im nächsten Abschnitt besprochen wird.

Es gibt zwei Limit Order und zwei Stop Order Typen: Buy Limit, Sell Limit, Buy Stop, Sell Stop.

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Buy Limit ist eine Long Order die immer unter den momentanen Preis gesetzt wird. Wenn ein Händler AUDUSD kaufen möchte und der momentane Preis ist 1.0180, aber der Händler will auf keinen Fall mehr als 1.0150 bezahlen, kann er eine Buy Limit Order auf 1.0150 setzen. Diese Order garantiert ihm einen Preis von 1.0150 (falls der Preis diesen Kurs erreicht) oder darunter, aber sicher nicht darüber.

Sell Limit ist eine Short Order die immer über den momentanen Preis gesetzt wird. Wenn ein Händler AUDUSD Short handeln möchte und der momentane Preise ist 1.0180, aber der Händler will mindestens 40 Pips mehr bevor er bereit ist zu verkaufen, kann er eine Sell Limit Order auf 1.0220 setzten. Eine Short Position wird nur eröffnet, falls der Preis 1.0220 oder höher erreicht.

In beiden Fällen erhält der Händler einen besseren Einstiegspreis als wenn er die Position zum Marktpreis mit einer Market Order eröffnet hätte.

Buy Stop ist eine Long Order die immer über den momentanen Preis gesetzt wird. Man steigt also zu einem schlechteren als dem momentanen Preis ein. Wieso würde man so etwas tun? Wenn man eh schon weiss, dass man etwas kaufen will, wieso kauft man es nicht gleich zum Marktpreis, sondern später zu einem teureren Preis? Diese Order ist für Fälle, in den man eben noch nicht sicher ist, ob man tatsächlich kaufen will; erst müssen gewisse Konditionen erfüllt sein. Nehmen wir wieder an, der momentane AUDUSD Kurs ist 1.0180 und 1.0200 wurde trotz mehreren Versuchen nicht überschritten. Nach unseren Erwartung wird der Preis eher sinken und 1.0200 auch weiterhin nicht überschreiten, da zu diesem Preis einfach keine Käufer mehr da sind. Gleichzeitig sind wir aber auch der Meinung, dass falls die Marke 1.0200 doch überschritten wird (z.B. wegen positive Nachrichten für AUD), dies viele Händler als wichtigen Durchbruch betrachten, und auf den Zug aufspringen werden. In dem Fall möchten wir natürlich auch dabei sein. Wir können nun also eine Buy Stop Order über 1.0200 setzen, vielleicht auf 1.0215. Diese Order wird nun nur ausgelöst, falls der Kurs 1.0200 deutlich überschiesst. Wenn aber 1.0200 nicht überschritten wird, und der Preis dafür zu fallen beginnt, halten wir dank der nicht ausgelösten Buy Stop Order keine Long Position.

Sell Stop ist eine Short Order die immer unter den momentanen Preis gesetzt wird. Sie ist das Gegenteil zu Buy Stop und wird nur ausgelöst, falls der Preis tiefer als der jetzige Preis fällt. Sell Stop gibt einem im Vergleich zum momentanen Preis zwar einen schlechteren Short Einstiegspreis, ist dafür aber eine Absicherung, dass man einen schnell fallenden Kurs nicht verpasst.

Diese Order Typen werden von fast allen Brokern angeboten. Es gibt aber noch zusätzlich Variationen. Zum Teil kann bestimmt werden, wie lange eine Limit oder Stop Loss Order offen bleiben soll: eine Stunde, einen Tag, eine Woche, einen Monat usw. Wenn man eine Stunde auswählt, erlischt die Order nach einer Stunde falls der gewünschte Preis bis dahin nicht erreicht wurde.

Zeitlich variable Order Typen:

End of Day (Tagesende)
Diese Order bleibt für einen Tag offen und wird dann automatisch geschlossen. Bei gewissen Brokern ist das 24 Stunden nachdem Order eröffnet wurde. Bei anderen Endet der Tag immer automatisch um 17:00 (5pm) an der US Ostküste (Eastern Standard Time).

Good till canceled (Offen bis annuliert)
Good Till Canceled bestimmt, dass eine Limit oder Stop Loss Order offen bleibt, bis entweder der gewünschte Kurs erreicht ist, ober die Order vom Händler annuliert wurde.

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Order cancels other (Eine Order annuliert die andere)
Order cancels other sind zwei Orders für die gleiche Position. Es kann irgendeine Kombination aus Limit und Stop Loss Orders sein.
Zum Beispiel könnte man eine Limit Order Long über dem aktuellen Kurs, und eine Limit Order Short unter den aktuellen Kurs setzen. Egal ob der Kurs steigt oder sinkt, eine Position wird auf jeden Fall aufgemacht. Wenn der Kurs steigt, wird die Long Position eröffnet. In diesem Fall würde die Short Position automatisch gelöscht werden. Sollte der Kurs aber sinken, würde die Short Position eröffnet und die Long Position automatisch gelöscht werden. Auf diesem Weg kann man sich auf einen erwarteten Preisauschlag positionieren, egal in welche Richtung der Kurs schlussendlich tendiert.

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Als nächstes befassen wir uns mit der Brokerwahl. Weiter »