Folgen Sie uns auf Facebook

Einführung

von Andreas Rytz CFTe

Lots

Lots sind die eigentlichen Einheiten, in denen gehandelt wird. Anstatt dass man einzelne Dollar oder Euro kauft, werden Währungen zu grösseren Einheiten zusammengebündelt. Das Standard Lot sind 100‘000 Einheiten einer Währung. Wenn ich 1 Lot Euro kaufe, erwerbe ich also auf einen Schlag 100‘000 Euro. Bei Fünf Lots währen es 500‘000 Euro usw. Für Händler mit kleineren Konten gibt es auch Mini Lots a 10‘000 Einheiten, bei gewissen Brokern sogar Micro Lots a 1‘000.

Erinnern Sie sich an den Abschnitt über Pips? Wir haben uns gefragt, ob sich das Handeln überhaupt lohnt, da es sich bei gewonnen Pips um kleinste Dezimaleinheiten handelt. Für kleinere Anleger würde es sich nicht lohnen, wenn wir nur mit einzelnen Dollar oder Euros handeln würden. Dank der Lots haben wir aber Einheiten zur Verfügung, die gross genug sind, um stattliche Gewinne zu erzielen.

Kehren wir kurz zu unserem Rechenbeispiel mit dem Kurs EUR/USD 1.2241 zurück (aus dem Abschnitt „Wie viel ist ein Pip wert?“).

Wir berechneten den Wert eines Pips, indem wir ein Pip (0.0001) durch den Kurs teilten:

0.0001/1.2241 = 0.00008169

Nun multiplizieren wir den erhaltenen Wert mit der Anzahl und Grösse der Lots. Wenn wir ein Standard Lot von 100,000 Euro handeln, ergibt sich:

0.00008169 * 100,000 = 81.69 Euro

Das sieht doch gleich viel besser aus. Falls mehrere Lots gehandelt werden, ist der Gewinn pro Pip natürlich noch grösser. Mit 3 Standard Lots währen es:

0.00008169 * 300,000 = 245.07 Euro

Wenn wir dann noch einen Kursanstieg von nicht nur 1 Pip, sondern sagen wir von 25 Pips haben, ergäbe sich im Beispiel mit den 3 Lots ein Gewinn von 6‘126.75 Euro:

245.07 * 25 = 6‘126.75 Euro

Mit Mini Lots würde es gleich aussehen, ausser dass wir den Wert eines Pips nur mit 10‘000 statt mit 100‘000 multiplizieren.

0.00008169 * 10,000 = 8.17 Euro pro Mini Lot

Falls Sie nun einen Schock über die grossen Summen bekommen haben und keine 100‘000 Euro oder mehr zur Verfügung haben, kann ich Sie beruhigen. Sie können 100‘000 Euro handeln, auch wenn sie nur einen kleinen Prozentteil davon in ihrem Konto haben.

Ich präsentiere Ihnen Ihren besten neuen Freund (und Feind zugleich): Leverage.

Leverage (Hebel) und Marge

Einer der Vorteile im Forex ist, dass mit viel mehr Geld gehandelt werden kann als man auf seinem Handelskonto hat. Der Broker gibt einem nämlich einen Kredit, welcher es einem ermöglicht 10‘000 oder sogar 100‘000 Lots zu handeln, selbst wenn man nur einen kleinen Bruchteil dieser Summen besitzt. Diese Fremdfinanzierung nennt man Leverage oder auf deutsch auch Hebel. Ohne Leverage wäre es für Kleinanleger unmöglich im Forex-Ozean mitzuschwimmen. Allerdings erhält man den Kredit nicht einfach nur so, einen kleinen Teil an Eigenkapital muss schon eingebracht werden. Dieses Eigenkapital nennt man Marge. Sie wird normalerweise in % angegeben.

Eine übliche Leverage ist 100:1. Das bedeutet, dass man mit dem hundertfachen seiner Marge handeln kann, was einer Marge von 1% entspricht. Wenn ich 1‘000 Euro in meinem Konto habe, kann ich bei einer Leverage von 100:1, mit 100‘000 Euro handeln: 1‘000 Euro Marge * 100 Leverage = 100‘000. Manche Broker bieten auch eine höhere Leverage von 200:1, einige gehen sogar bis 400:1. Bei 200:1 kann man mit dem zweihundertfachen der Marge handeln, beziehungsweise die benötigte Eigenkaptialeinlage beträge nur 0.5% des Handelskapitals. Allerdings ist es empfehlenswert die Leverage auf 100:1 zu beschränken, und 200:1 und vor allem 400:1 zu vermeiden. Professionelle Broker handeln oft mit viel kleineren Margen wie 20:1, 10:1, oder noch weniger. Dazu mehr im Abschnitt „Margin Call“ weiter unten.

Broker verlangen normalerweise eine Mindesteinlage, bevor man mit gewissen Lot-Grössen und Leverage handeln darf. Um Standard Lots à 100‘000 Euro zu handeln, beträgt die Mindesteinlage oft 10‘000 Euro. Um Mini Lots von 10‘000 Euro zu handeln genügen oft schon 1‘000 oder 500 Euro. Einige Broker, welche noch kleinere Handelseinheiten anbieten, verlangen manchmal Mindesteinlagen von nur 100 Euro oder noch weniger.

Mehr zur Marge und Margin

Die Marge ist eigentlich nur eine Sicherheitshinterlegung. Man handelt nicht mit der Marge, sondern dem Kredit des Brokers. Dies kann etwas verwirrend sein. Hierzu eine Erklärung anhand eines Beispiels.

Wenn sie ein neues Konto mit einer Leverage von 100:1 eröffnen, und 10‘000 Euro einbezahlen, dann sind die 10‘000 Euro ihre Marge. Der Broker gibt ihnen nun einen Kredit für 1‘000‘000 Euro, 100 mal die einbezahlten 10‘000 Euro. Auf ihrer Handelsplattform sehen sie nun drei Beträge: die 10‘000 Euro Eigenkapital erscheinen als „Kontostand“, „Guthaben“ und „Verfügbare Margin“. (Namen und Ausführung kann von Broker zu Broker unterschiedlich sein).

picture

Kontostand: Meine effektives Vermögen. Der Kontostand verändert sich immer nur dann, wenn nachdem ein Handel komplett abgeschlossen wurde. Bei Geschäften, die Gewinne bringen, vermehrt sich der Kontostand, bei Verlustgeschäften vermindert er sich.

Guthaben: Der Kontostand plus den Wert aller offenen Positionen. Wenn ich offene Positionen habe verändert sich das Guthaben laufend, da alle Kursschwankungen sofort dazu gerechnet werden.

Verwendete Marge: Mein Guthaben minus Verfügbare Margin. Verwendete Marge ist die Minimaleinlage, um eine Position zu öffnen. Bei einer Leverage von 100:1 und einer Position von einem Standard Lot (100‘000) wären dies 1‘000. Diese verwendete Marge ist die Garantiehinterlegung für den Broker. Solange die Position offen ist, habe ich auf die verwendete Marge keinen Zugriff, erhalte das Geld aber zurück, sobald ich die Position schliesse.

Verfügbare Margin: Die Summe, die für neue Positionen verwendet werden kann.

Solange noch keine Position eröffnet wurde, sind alle Beträge gleich, und die Verwendete Marge ist 0.

Nun entscheiden Sie sich, 1 Position EUR/USD Long zu eröffnen und kaufen 1 Standard Lot. Ihr Kredit ist jetzt vermindert, es sind nur noch 9‘000 Euro verfügbar (10‘000 – 1‘000). Dies ist erkennbar an den Beträgen unter „Verwendete Marge“ und „Verfügbare Margin“.

picture

Die verwendbare Marge ist nun 9‘000 Euro, da 1,000 Euro für 1 Lot verwendet wurden.

Verfügbare Margin“ vermindert sich in zwei Situationen:
1. Beim Eröffnen von neuen Positionen wie gerade demonstriert.
2. Wenn der Kurs einer gehaltenen Position sinkt, wird mit jedem gefallenen Pip der Verlust von der verfügbaren Margin abgezogen.
1. Beim Eröffnen von neuen Positionen wie gerade demonstriert.

„Verwendete Marge“ und „Verfügbare Margin“ gehören zu den wichtigsten Spalten ihres Kontos. Sie dürfen diese Beträge nie aus den Augen verlieren. Sollte sich ihre verfügbare Marge 0 nähern, droht ein Margin Call und der Verlust ihrer Investition. Weiter »